Nun waren die letzten Tage angebrochen und die Vorfreude auf Zuhause stieg ins Unermessliche! Die letzte Grenze musste gemeistert werden – Peanuts, von Namibia nach Südafrika zu reisen. Auf eher eintöniger Strecke "fraßen" wir Kilometer für Kilometer in Richtung Süden, zum Glück auf hervorragender Straße. Ein letztes Mal musste die Sim-Karte aktiviert werden, ein Übernachtungsplatz gesucht. Den fanden wir auf einer schön gelegenen Campsite mit Blick in die Berge, auf der gerade das Monatstreffen eines Caravan-Clubs stattfand. Am nächsten Tag war nach wenigen Stunden Kapstadt erreicht – das veränderte Ziel unserer fantastischen Reise. Was für ein Erlebnis, auf dem Signal-Hill zu stehen und mit dem Tafelberg im Rücken auf diese großartige Stadt zu schauen. Wir hatten es geschafft!

Die Waterfront war genauso belebt wie wir sie in Erinnerung hatten und lud zu einem kleinen Mittagessen ein. Anschließend machten wir uns auf, um in Kleinmond, einem ca. 100 km entfernten Küstenstädtchen unsere Verschiffungspartner Flo und Eva zu treffen, die wir dank des Wüstenschiff-Forums gefunden hatten. Aufgrund der Möglichkeit den Container zu teilen, hatten wir den Schlusspunkt unserer Reise verändert. Doch durch die Ersparnis von über 1000 Euro in Kombination mit der Möglichkeit, den Landi nach Bonn zu verschiffen, was für uns Süddeutsche eine ordentliche Zeitersparnis bei der Abholung bedeutet, hatte sich die Planänderung allemal rentiert. An der Küste war der Herbst schon deutlich spürbar, Nebel hingen über dem Wasser, Nacht und Morgen waren schon empfindlich kühl. Die Tage waren jedoch immer noch wunderschön warm, die Sonne strahlte aus stahlblauem Himmel. Des einen Freud des anderen Leid, denn durch den ausbleibenden Regen litt die Region unter einer schlimmen Dürre. Rund um Kapstadt waren die Dämme nur noch knapp 11% gefüllt, Warnschilder baten die Bevölkerung darum, unnötigen Wasserverbrauch zu vermeiden. Unsere letzte Nacht im Auto hatten wir nun etwas wehmütig hinter uns gebracht, für die letzten beiden Abende war anderes geplant. Zunächst genossen wir das wunderbare Weingut Knoerhoek in der Nähe von Stellenbosch mit einem Spaziergang durch die Weinberge, einer Weinprobe und herrlichem Essen. Das Zimmer war ein Traum und der Balkon bot den Blick über die wunderschöne Bergwelt – auch diese Art von Urlaub hat ab und zu mal ihren Reiz :-)

Für unseren letzten Abend in Südafrika hatten wir noch einen besonderen Besuch geplant. Ian und Solveig, die wir in Kenia kennen gelernt und mit denen wir uns in Tansania angefreundet hatten, wohnen in Gordon`s Bay, ganz in der Nähe von Kapstadt. Ihr "Cardamom-House" mit einem unbeschreiblichen Blick auf die Bucht, in der man von Juni bis November von der Terrasse aus Wale beobachten, ist ein Traum, den man tatsächlich auch mieten kann (einfach googlen: "The Cardamom House, Gordon`s Bay" und über "homeaway.co.uk" buchen)! Wir waren in der glücklichen Lage, den unvergleichlichen Ausblick kostenfrei genießen zu dürfen und verbrachten wunderbare Stunden mit diesen reiselustigen, interessanten und kreativen Menschen, die uns sehr ans Herz gewachsen sind. Am letzten Tag war nach herzlichem Abschied nur noch eins zu tun: Unseren geliebten Land Rover im Warehouse in Muizenberg abzugeben. Wir haben ein sehr gutes Gefühl bei Herrn Vogel und seiner CD Shipping Company und freuen uns schon heute darauf, "den Bub" im Juli in Bonn entgegen nehmen zu können.

Der Rückflug war dank Emirates zunächst stressfrei, zumindest bis wir in Dubai ankamen und aufgrund der kurzen Umsteigezeit erst einmal aus unserem Anschlussflug herausgebucht worden waren. Das ließ sich glücklicherweise noch klären, wir kamen mit – doch unser Gepäck offensichtlich nicht. Nicht ein einziges Teil erreichte Frankfurt mit uns. Doch glücklicherweise wurden in den nächsten Tagen alle Gepäckstücke aufgefunden und nach und nach nach Hause chauffiert... Die Freude, die Familie wieder zu sehen, Kinder, Enkelkinder, unsere Eltern und Freunde war riesig! So sehr wir diese unglaubliche Reise genossen haben, so sehr freuen wir uns nun, erst mal wieder zu Hause zu sein.

Damit ist unsere Traumreise zu Ende. Wir haben alles gesehen, was wir bei unserer Planung so auf dem Schirm hatten. Nichts hat uns enttäuscht, aber Vieles unsere Erwartungen übertroffen. Nun brauchen wir erstmal etwas Zeit, um die vielen mitunter atemberaubende Eindrücke und Begegnungen einzuordnen und zu verarbeiten. Natürlich hat auf der Reise nicht alles geklappt. Wir mussten zigmal die Route ändern – gewollt und ungewollt – wir wurden bestohlen, mit einer entsicherten Kalaschnikow bedroht, ein Moped fuhr uns ins Heck, Michael war ein paar Wochen immer wieder ziemlich krank, und wir steckten zwei Tage in der Wüste fest. Aber am Ende ging ja zum Glück alles gut. Dafür, und dass wir diese Reise erleben und überleben durften, sind wir sehr dankbar. Wir würden alles ganz genau so wieder machen! Und eines steht fest – es war sicherlich nicht unsere letzte lange Reise!

Jetzt ist vorerst auch dieser Blog zu Ende. Für uns war es eine große Freude, die Berichte zu schreiben, und wir waren dadurch auch ein wenig zur Selbstdisziplin bei der Aufbereitung unserer Reiseerinnerungen gezwungen. Für das große Interesse und die vielen positiven Rückmeldungen, die uns trotz technischer Probleme bei der Kommentarfunktion auf vielfache Weise erreicht haben, möchten wir uns sehr herzlich bedanken.

Da wir schon oft darauf angesprochen wurden – wir werden im Herbst einen Bildervortrag mit dem Titel:

Von Karlsruhe nach Kapstadt – über den Orient durch Afrika

 

machen, wahrscheinlich in unserem Heimatort Grötzingen. Termin und Ort werden an dieser Stelle bekannt gegeben.

29 Abschluss einer wunderbaren Reise - 20. bis 25. Mai 2017
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