Nach unseren Erlebnissen beim und im Krüger Nationalpark, von denen im Südafrikablog separat berichtet werden soll, machten wir verschiedene kurze Abstecher in zum Teil gar nicht so kleine Länder, die wir hier kurz zusammen fassen wollen.

Als erstes stand Mosambik auf dem Programm. Die Visa hatte uns dankenswerterweise unsere Schwiegertochter Annette mit unseren Zweitpässen im Konsulat in Stuttgart besorgt. Wir hatten uns entschieden, lediglich den Süden des Landes zu bereisen, da in der Mitte noch der seit Jahren bestehende bewaffnete Konflikt zwischen der Regierungspartei Frelimo und der im Untergrund kämpfenden Renamo bestand. Zwar wurde dann der Waffenstillstand ausgehandelt und auch verlängert, dennoch änderten wir unsere Pläne nicht mehr. Wir wandelten in Mosambik auf den Spuren, die ich mit unserer Freundin Sabine vor drei Jahren gelegt hatte, als wir eine gemeinsame Freundin – Marja Reeta – in Maputo besuchten. Zudem wollten wir auch noch die hochgelobten Strände genießen. Die Einreise verlief völlig problemlos. Lediglich die zahlreichen Schlepper, die sich frech für Offizielle ausgaben, nervten mal wieder gewaltig. Der erste Soldat, der unsere Pässe kontrollierte, suchte vergebens den Ausreisestempel aus Südafrika – der war ja im anderen Pass. Er staunte nicht schlecht, dass es in Deutschland möglich ist, zwei Reisepässe zu besitzen. Glüchlicherweise gab es keine weiteren Probleme, denn wir wissen, dass es Länder gibt, in denen es bei Strafe verboten ist, zwei Pässe zu haben. Wir schonten unser schon recht volles Carnet und bekamen ein Triptic, eine temporäre Einfuhrerlaubnis für unseren Landi. Ansonsten knallte der Stempel auf das Visum – fertig! Mosambik erinnerte uns in vielem an die Ostküste Kenias und Tansanias. Plötzlich waren wir wieder in Afrika – die Frauen trugen bunt, neben einigen Kirchen säumten auch zahlreiche Moscheen unseren Weg, ein kleiner Junge ließ am Straßenrand seinen selbst gebastelten Drachen steigen. Es gibt den Spruch: "Gott schuf Schwarze und Weiße, den Mulatten schuf der Portugiese." Was die Schönheit der Menschen angeht, hat der Portugiese seine Sache gut gemacht. Ansonsten hat die Kolonialzeit allerdings viel Schaden hinterlassen. Die Portugiesen haben brutal geherrscht und auch lange auf ihrem vermeintlichen Recht beharrt. Unser Weg führte uns zunächst in das Gebiet nördlich von Maputo in ein kleines Örtchen am Meer. Im schön angelegten Resort Tan´n Biki fanden wir einen ganz netten Platz, allerdings weit weg vom Strand, von Meerblick keine Spur. Der lange Sandstrand war schatten- und palmenlos und damit eigentlich ein wenig langweilig, so dass wir nicht länger als eine Nacht verweilen wollten. Wir hatten die Gelegenheit uns ein wenig mit dem Besitzer der Lodge zu unterhalten, einem weißen Südafrikaner – was auch sonst. Er pries das Leben in Mosambik in höchsten Tönen. Stress mit den Behörden hat er auch keine, da er sie anständig schmiert...

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg in die Hauptstadt Maputo, die noch ein wenig den Glanz der Kolonialzeit in sich trägt, wenn man nicht so genau hinschaut. Ich zeigte Michael die Orte, die ich mit Sabine zusammen besucht hatte, die Promenade am Meer, die ehemals schöne Villa Algarve, die jedoch als Sitz der Geheimpolizei schreckliche Folterungen gesehen hat, den Unabhängigkeitsplatz mit Rathaus und Kathedrale. Herausragend in der Altstadt, der Baixa, ist der alte Bahnhof von 1945, erbaut von Gustav Eiffel. Neben dieser Haupt-Sehenswürdigkeit hat er auch noch das zierliche "Casa de Ferro" erbaut, ebenfalls eine Stahlkonstruktion, die allerdings im afrikanischen Klima nicht wirklich praktisch ist, da sie sich zu stark aufheizt... In der Innenstadt von Maputo ließ sich die Zweiklassengesellschaft nicht mehr verbergen. Hier gibt es riesige Straßenkindergangs, die irgendwo zwischen den dunklen Eingängen der Häuser leben. Zahlreiche Bettler hielten die Hand auf. Wo auch immer wir durch fuhren winkten selbst ernannte Parkwächter und erboten sich, das Auto zu bewachen, das wir doch gar nicht abstellen wollten. Da wir noch einkaufen mussten, stoppten wir an einem riesigen Shoprite. Das Warenangebot war unfassbar, das größte der letzten Wochen. In Anbetracht der vielen hungernden Menschen fühlten wir uns nicht sehr wohl. Eigentlich hatten wir vor, mit der Fähre nach Catembe überzusetzen, um zum einen von dort die Skyline Maputos zu bewundern und zum anderen den Weg in den Süden zu suchen, der jedoch über Wellblechpisten der schlimmeren Art und Tiefsandstrecken führen sollte. Allerdings zeichnete sich am Hafen für Fahrzeuge eine stundenlange Wartezeit ab, da lediglich eine Fähre in Betrieb war und die Beladung unfassbar lange dauerte. Zwar wird gleich nebenan eine riesige , wunderschöne Brücke gebaut, aber auf die Fertigstellung wollten wir auch nicht warten. Nachdem wir gelesen hatten, dass die Camping-Plätze im Süden zum einen auch keinen Meerblick hatten und zum anderen am Wochenende von Südafrikanern überschwemmt würden, verloren wir die Lust auf die Warterei und disponierten spontan um. Wir hatten in Kenia und Tansania so traumhafte Plätze am Indischen Ozean erleben dürfen, dass wir etwas anspruchsvoll geworden sind.

So verließen wir das Land ohne eine einzige der berüchtigten Polizeikontrollen erlebt zu haben, von denen andere Reisende im Norden berichtet haben. Die Aus- und Einreise von Mosambik nach Swasiland bei Goba gehörte zu den schnellsten unserer ganzen Reise. Triptic auf den Tisch gelegt, Ausreisestempel geholt – fertig. Einreisestempel, 50 Rand Roadfee, kein Carnet, Triptic oder sonst etwas – fertig.

Vor vielen Jahren hatten wir Swasiland bereits bereist und darum eigentlich gar nicht geplant, dieses Land zu besuchen. Jetzt nutzen wir es vor allem als Transit und fuhren an den endlosen Zuckerrohrfeldern einer Sugar-Company vorbei. Vor uns türmte sich plötzlich dunkler Rauch auf, der immer höher stieg. Eines der Felder hatte Feuer gefangen und die Flammen breiteten sich immer lauter prasselnd in rasender Geschwindigkeit aus. Die Hitze kam immer näher und wir machten, dass wir weiter kamen bevor möglicherweise die Sraße gesperrt würde oder wir gar vom Feuer erfasst würden. Die Nacht verbrachten wir auf der Campsite eines privaten Wildparks und freuten uns wie so oft am Lagerfeuer und unserer gegrillten Boerewors. Die Ausreise verlief ebenso unspektakulär und unkompliziert wie die Einreise und nach der Durchquerung der südafrikanischen Provinz Kwa Zulu-Natal ging es bereits zum dritten Abstecher – dem Königreich Lesotho.

Wir wählten als Anfahrt den Weg über den 2873 Meter hoch gelegenen Sanipass in den Drakensbergen, die in Lesotho Maloti-Berge heißen. Die Straße ist mit 1330 überwundenen Höhenmetern die drittsteilste Passstraße der Welt. Und sie lohnt sich! 1952 war der erste Land Rover über den Pass gefahren, wir folgten 65 Jahre später. Die Anfahrt verlief spektakulär durch eine wunderschöne Landschaft, ein mäandrierendes Flüsschen begleitete uns. Mehrfach stoppten wir bei atemberaubenden Ausblicken in dieser unvergleichlichen Gebirgslandschaft. Einige Tourveranstalter haben die Strecke als Tagesasusflug auf dem Programm, so dass wir auch zahlreichen deutschen Urlaubern begegneten. Der Grenzübergang war wieder zügig erledigt, die Südafrikaner haben ihren Posten am Fuße des Berges, die Lesothis auf dem Pass. Auch hier wurde lediglich der Pass gestempelt, Toll entrichtet (60 Rand), das Auto interessierte weiter niemanden. Auf der Aussichtsterrasse des höchsten Pubs der Welt genossen wir eine heiße Schokolade und den Ausblick. Über eine hervorragend ausgebaute Straße ging es weiter entlang der Drakensberge in den Norden. Zerlumpte Hirten in warme Wolldecken gehüllt und auf ihre Hirtenstäbe gestützt, standen mit ihren großen im wahrsten Sinne dickfelligen Hunden am Wegesrand und bewachten ihre Schafe und Ziegen, die wie Schafe aussehen (ebenfalls in dicker Wolle "gekleidet"). Gerne ließen sie sich fotografieren ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Dafür riefen die Kinder uns wieder "Give me sweets!" zu, wenn wir vorüber fuhren. Die fordernde Handbewegung erinnerte uns ebenso wie die 3000 Meter hohe Hochebene mit den noch weit höher gelegenen Pässen an Äthiopien. Allerdings waren von den Hirten abgesehen, die Menschen durchweg ordentlich gekleidet und wirkten nicht wirklich arm. Diese Situationen sind nicht immer ganz einfach für uns, da wir auf der einen Seite grundsätzlich nicht auf solche fordernden Signale reagieren, um die Kinder nicht noch weiter zu "verderben" und das Betteln zu forcieren. Auf der anderen Seite ist uns natürlich klar, dass diese Kinder niemals in den Genuss von Süßigkeiten kommen, in der Höhe wächst auch nicht einmal Zuckerrohr um den Bedarf nach Süßem zu stillen. Insofern ist es ja verständlich, dass sie die Touristen danach fragen! Die kleinen Häuschen und Rundhütten waren fast alle recht schön gemauert, die Felder jetzt im Herbst abgeerntet. Auf die Dauer war die Landschaft dann doch immer gleich und etwas langweilig, lediglich die zum Trocknen aufgehängte Wäsche unterschied ein Dorf vom anderen. Unsere Mittagspause verbrachten wir auf dem vermeintlich menschenleeren Hochplateau. Doch auch wie in Äthiopien dauerte es nicht lange, und der erste Junge stand neben unserem Tisch. In gutem Englisch grüßte er und fragte höflich nach Süßigkeiten. Ich fragte in recht strengem Lehrerton nach, so dass er sich mit einem "Thank you, Madam!" davon machte. Das tat mir dann doch wieder etwas leid, da er wirklich ausgesucht höflich gewesen war, und so schenkten wir ihm eine Banane, die er dankend annahm. Kurz darauf kamen drei Mädchen unterschiedlichen Alters, gefolgt von zwei Hirten. Sie blieben ein gutes Stück vom Auto entfernt stehen. Ab und zu hörten wir ein "Sweets", was wir zunächst aber ignorierten. Als wir jedoch die Handykamera klicken hörten, war das Eis gebrochen. Michael holte ebenfalls die Kamera und so fotografierten wir uns munter gegenseitig. Schließlich bekam die Gruppe unsere angebrochene Kekspackung, die sie sich redlich teilten und ein Gespräch entstand, vor allem mit Hilfe des ersten Jungen, der wirklich sehr gut englisch sprach. Als Michael einem Jungen eine Mandarine zum Teilen in die Hand drückte, versuchte dieser in die Schale zu beißen. Michael zeigte ihm, wie die Frucht zu essen ist. Leider ließen sie die leere Kekspackung auf den Boden fallen, so dass wir gleich wieder erzieherisch tätig werden mussten. Wir erklärten ihnen, dass man den Müll nicht wegwerfen dürfe und halfen einem Jungen ein Stück heruntergefallene Mandarine am Wassertank unserer Stoßstange zu reinigen. So hatte sich der Besuch der Landjugend doch noch sehr nett entwickelt und wir nicht das Gefühl, dem Betteln nachgegeben zu haben, sondern eher gastfreundlich gewesen zu sein. Die Nacht verbrachten wir auf 2500 Meter Höhe auf der kleinen Camping-Area der New Oxbow Lodge, die zwischen zwei Pässen gelegen ist. Als wir unsere Reise geplant hatten, dachten wir zwangsläufig auch an Gefahren wie Verkehr, Malaria oder auch Kriminalität. Das wir auch erfrieren könnten, hatten wir uns nicht vorgestellt. Dies änderte sich an diesem Abend mit dem Untergang der Sonne. Die Nacht wurde so empfindlich kalt, dass sogar das Lampenöl in unserer kleinen Kerze einfror. Sie hatte im Fußraum des Landis gestanden, wohin keine Wärme der glücklicherweise funktionierenden Standheizung gelangte. So waren wir jedoch wieder früh im Autobett und konnten am kommenden Tag zeitig starten. Unterwegs besichtigten wir die "Lephofung Rock Shelter" Felsmalereien der San. Leider sind die Malereien nur schlecht erhalten, dennoch ist der Abstecher lohnend, denn die Felsüberhänge sehenswert und das Ganze sehr schön mit Schautafeln aufbereitet. Allerdings staatlich geführt, so dass weder die Toiletten funktionierten noch das Museum geöffnet war... Die letzten Kilometer in Lesotho führten uns vorbei an zahlreichen Frauen, die mit rotem T-Shirt bekleidet auf dem Weg zu einer Wahlkampfveranstaltung waren. Nächsten Monat wird in Lesotho ein neuer Präsident gewählt und der Wahlkampf ist im vollen Gange. Auch die Ausreise am Grenzübergang Caledonspoort war wieder problemlos, so dass wir uns langsam an diese stressfreien Grenzen gewöhnen.

 

Wir können nicht resumieren, dass wir Mosambik, Swasiland und Lesotho wirklich kennen gelernt haben. Dazu war die Zeit einfach zu kurz. Insbesondere Mosambik ist ja ein riesiges Land mit vielen Facetten und einer auch heute noch sehr bewegten Geschichte. Schließlich herrscht in der Mitte und im Norden des Landes gerade erst ein zeitlich begrenzter Waffenstillstand Waffenstillstand. Da möchte man nicht wirklich reisen. Trotzdem haben wir in den besuchten Ländern vieles gesehen und wo immer möglich auch den persönlichen Kontakt bzw. das Gespräch mit den Menschen gesucht. So konnten wir doch ein paar ganz individuelle Eindrücke mitnehmen. Das war für uns bei diesem Mal genug und wir haben es genossen.

25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
25 Mosambik - Swasiland - Lesotho - 19. bis  23. April 2017
Zurück zu Home