Simbabwe gab uns Rätsel auf. In unserer Vorbereitung schien es uns ein besonders schwierig zu bereisendes Land zu sein. Bekannt in der Weltöffentlichkeit durch den gewaltbereiten Diktator Robert Mugabe, der die einst blühende Kornkammer Südafrikas durch Korruption und Misswirtschaft quasi in den Ruin führte, bekannt in der Reiseszene durch nervenaufreibene Polizeikontrollen mit unsinnigen Vorschriften und missgünstigen Polizisten. Die wenigen Overlander, die wir auf unserer Reise trafen, haben alle Simbabwe aus diesen Gründen ausgelassen. Auch das Auswärtige Amt hatte in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen vermuten lassen, dass Simbabwe ein besonders harter Reisebrocken sei. So waren wir mehr als gespannt, was uns hier erwarten würde. Um gut vorbereitet zu sein, hatten wir zunächst den Landi entsprechend ausgerüstet: Zwei weiße Reflektoren vorne, zwei rote hinten, zwei Warndreiecke – nach dem Tipp in einem Reiseblog von zwei Münchnerinnen, die ganz schlechte Erfahrungen im Land gemacht hatten – auch auf der Rückseite mit Reflektoren beklebt, zwei Warnwesten. Unser Notsitz war zur Ladefläche umgeklappt, da uns berichtet wurde, es dürfe sich nichts auf einem Sitz befinden. Unsere Sorge war der Feuerlöscher, der wohl bei Geländewagen 1,5 Liter Inhalt haben muss. Wir haben zwei à 1 Liter und waren nicht sicher, ob das akzeptiert würde. Und für den allergrößten Notfallnoch eine Packung Schokoladenkekse. Irgendwie kam dann jedoch alles anders...

Mit Grummeln im Bauch machten wir uns auf zur Grenze. Die Ausreiseformalitäten aus Sambia waren schnell erledigt. Auch hier fragte uns niemand nach einer Quittung für die Straßennutzungsbgebühr, die wir ja wohl eigentlich hätten zahlen müssen. Die Simbabwe-Seite dauerte dann um einiges länger, war insgesamt jedoch ebenfalls völlig unspektakulär. Unser erster Eindruck war ein wenig befremdlich. Ein stark übergewichtiger Grenzbeamter ließ uns nicht recht an die Nahrungsmittelknappheit im Lande glauben... Für 30 $/pP wurde umständlich das Visum in unseren Pass geklebt, wir anschließend mit einem Laufzettel zu "Interpol" geschickt. Der Name irritierte etwas, ebenso wie die Aufgabe der Herren, die sich in einem Zelt im Hintergrund der Grenze aufhielten. Eigentlich interessierten sie sich lediglich für unsere Reise, kontrollierten nichts, drückten uns aber den notwendigen Stempel auf den Zettel. Zurück beim Custom wurde das Carnet gestempelt, die Carbon-Tax bezahlt (15 $) und diesmal auch die Straßennutzungsgebühr (10 $). Schließlich gab es an der Schranke noch eine letzte Pass- und Zollkontrolle mit Abgabe des Laufzettels, Blick ins Fahrzeug und der Frage nach Alkohol. Glücklicherweise hakte er hier nicht weiter nach, wir hatten tatsächlich keine Ahnung, wieviel wir hätten dabei haben dürfen. Eigentlich wollte der Beamte auch noch die Versicherung sehen, was er aber glücklicherweise schließlich vergaß – nach unseren Erfahrungen in Malawi sind wir in diesem Punkt etwas verunsichert. Inzwischen war es mal wieder dunkel geworden und wir froh, dass uns unsere iOverlander-App zum nahe gelegenen Warthog-Camp leitete. Am nächsten Morgen ging es auf einer wunderschönen grün bewaldeten und kurvigen Strecke vom Karibasee in Richtung Norden. Wir waren sehr verblüfft, als uns mehr Weiße als Schwarze begegneten, die meisten auf Ausfahrt auf Motorrädern oder in großen Geländewagen, zum Teil mit Bootsanhänger. Entlang der Straße gab es immer wieder Picknickplätze, die ersten, die wir in ganz Afrika zu Gesicht bekamen. Allerdings waren sie dem Verfall preisgegeben und zeugten von alten, besseren Zeiten. Die wenigen Personen, denen wir begegneten, erinnerten durch ihr freundliches Winken an Malawi. Man merkte jedoch, dass nur verhältnismäßig wenige Menschen in diesem riesigen Land leben, oft begegnete uns kilometerweit niemand. Dafür fuhren wir an Farmen mit riesigen Maisfeldern vorbei. Wir kamen hervorragend voran, da die Hauptstraßen in Simbabwe zumeist in ausgezeichnetem Zustand sind. Allerdings wurden dafür auch immer wieder Gebühren fällig, insgesamt mussten wir acht mal zwei Dollar Steuer an Toll-Gates bezahlen, was wir jedoch gerne taten, da wir einen echten Nutzen davon hatten. Die Nacht verbrachten wir auf der Campsite des Antelope-Park in der Nähe von Gweru, einem privaten Gamepark mit verschiedenen teuren Möglichkeiten zum Zeitvertreib wie Löwenspaziergang und Elefantenreiten, die wir jedoch ausließen. Die riesige Anlage hatte zahlreiche schöne Lodges und sogar Chalets im Südstaatenstil mit mindestens 1000 qm großen Privatgärten. Zahlreiche zahlungskräftige Kunden waren eingebucht, hier hatte die Hauptsaison bereits begonnen. In der Nacht kam es dann zur ersten Tierattacke. Michael wurde vom aggressiven Wachhund angegriffen, als er die Toilette aufsuchte. Glücklicherweise trollte sich das Tier nach heftigem Anbrüllen. Nächtlicher Klogang ist also nicht nur in Wildlifecamps gefährlich..

Unser erstes Ziel waren die Khami-Ruinen bei Bulawayo, der zweitgrößten Stadt des Landes. Eigentlich wie die Hauptstadt Harare als besonders gefährlich verrufen, erschien uns die Kleinstadt eher wie ein verschlafenes Nest, sauber, wohlhabend und hübsch anzuschauen mit einigen alten Gebäuden aus der Kolonialzeit. Zum positiven Eindruck trug vielleicht auch bei, dass wir zunächst an einem Sonntag durchfuhren, und die Menschen im Sonntagsstaat gewandet mit Hütchen auf dem Kopf durch die Straßen flanierten. Hier wurde es uns so richtig bewusst, was sich in Sambia schon angekündigt hatte: Das bunte und irgendwie fröhliche Ostafrika, in dem die Frauen in farbenfrohe leuchtende Tücher gehüllt waren, hatten wir endgültig hinter uns gelassen. Wir vermissten es jetzt schon.

Das Weltkulturerbe Khami gefiel uns außerordentlich gut. Auch der Eintrittspreis von 10 $/pP war absolut angemessen, wurde dafür doch das Monument erhalten und ein nettes kleines Museum gestaltet. Die Ticketverkäuferin berichtete Michael davon, wie dankbar das Land für die ergiebigen Regenfälle sei, die stärksten seit 1945. Alle im Land wären begeistert, der Regen ein unglaublicher Segen. Diese Aussage trug bei uns zur weiteren Verwirrung bei, hatten wir doch gelesen, dass Brücken weggespült und Straßen zerstört seien, die Nationalparks im Norden wohl gar nicht mehr passierbar. Offensichtlich hatte die Frau nicht das gesamte Land im Blick, denn später erfuhren wir, dass mehr als 240 Menschen in den Fluten umgekommen waren und Simbabwe in Folge der Überschwemmungen eine Malariaepidemie erleben muss mit zahlreichen Toten, da die Erkrankten nur ungenügend Zugang zu den rettenden Medikamenten haben.

Khami war die Stadt der Torwa-Könige und ist heute die zweitgrößte Ruinenstadt Simbabwes. Nachdem es in der Mitte des 15. Jahrhunderts zum Niedergang Groß-Simbabwes gekommen war, begann die Blütezeit der Könige von Khami, die regen Handel mit China und Europa trieben. Sie ließen für sich, die Oberschicht und die Priester prächtige Häuser und Paläste errichten, umgeben von einer Steinmauer, die kunstvoll aus einzelnen Steinen ohne Zuhilfenahme von Mörtel errichtet wurde. Auf verschiedenen Wegen konnten wir die unterschiedlichen Ruinen erkunden, den Blick auf das traumhafte Panorama genießen. Von den Plattformen aus hatten wir eine Fernsicht über die beeindruckende Felslandschaft der Gegend. Zurück bei unserem Auto nutzten wir erst einmal die Picknicksite und freuten uns über die Gelegenheit mit einer simbabwischen Familie ins Gespräch zu kommen. Die Frau war gebürtig aus Simbabwe, ihr Vater arbeitete als Pferdewirt im Antelope-Park, in dem wir die Nacht verbracht hatten. Der Mann war Südafrikaner und lebte der Liebe wegen in Simbabwe. Sie erzählten uns, dass viele der um die Jahrtausendwende vertriebenen weißen Farmer vor vier Jahren wieder zurück in ihre Heimat gekommen waren. Doch viele verließen jetzt das Land wieder, da es kein Geld mehr gibt. Das Land war 2008 in die Hyperinflation geschlittert, die eigene Währung, der Simbabwe-Dollar, musste schließlich aufgegeben werden. Seitdem war nur der US-Dollar Zahlungsmittel, allerdings wurden Ende letzten Jahres die sogenannten Bond-Notes eingeführt, die angeblich dem Dollar gleichwertig sind. Nur glaubt das niemand so recht. Lediglich aus Interesse versuchten wir an mehreren ATMs Geld abzuheben, doch nirgendwo waren die Automaten gefüllt. Vor einigen Banken, bei denen es gerade mal Geld gab, drängten sich die Menschen, die Schlangen wurden immer länger. Auf unsere Feststellung hin, dass wir glücklicherweise noch Dollar dabei hätten, da bei den Geldautomaten kein Geld zu bekommen sei, erwiderte der südafrikanische Vater nur lapidar: "Save it!" Dennoch fühlten sie sich sicher im Land und waren überrascht über die negative Einschätzung des Auslands. Entgegen unserer Vermutung hatten viele Supermärkte ein hervorragendes Warenangebot, allerdings zu sehr hohen Preisen, so dass wir uns fragten, wer die Waren kaufen kann. Lediglich heimische Produkte wie Fleisch waren extrem günstig. Oft gab es kein Wasser zu kaufen, und wenn dann nur in 0,5 Liter-Fläschchen. Bettelnde Kinder waren hier jedoch keine zu sehen, doch muss man wissen, dass Mugabe Zigtausende arme Menschen, Obdachlose und Straßenkinder aus den Städten vertreiben und auch verhaften ließ.

Als nächstes besuchten wir die südlich von Bulawayo gelegenen Matobo-Hills, die in einem wunderschönen Nationalpark liegen. Schon vor 40 000 Jahren war diese Region nachweislich besiedelt und vor ca. 20 000 Jahren begannen Jäger und Sammler Höhlenwände mit Bildern aus ihrem Alltag zu bemalen. Die grandiosen Granitblöcke und Felsen, die sogenannten "Kopjes" und "Dwalas" bilden eine gigantische Kunstgalerie. Einige Höhlen sind zu besichtigen, oft nur über Stock und Stein zu erreichen. Die Pomongwe Cave muss einmal eine beeindruckende Galerie gewesen zu sein, doch leider zerstörte ein tölpelhafter "Restaurator" in den 20er Jahren die meisten der Bilder, indem er versuchte, sie zu konservieren. Die Zeichnungen der Nswatugi Cave zählen zu den besten in ganz Afrika. Leider war die Zufahrt zur Höhle durch einen Baum versperrt, überhaupt waren die Wege zum Teil in extrem schlechtem Zustand, was der gerade beendeten Regenzeit geschuldet war. Wir ließen also den Landi stehen, kletterten über die Äste und erreichten nach zwanzig Minuten strammem Fußmarsch die wunderschöne Höhle. Die Darstellungen der galoppierenden Giraffen und Zebras waren fantastisch. Ein weiterer Höhepunkt in diesen Bergen war der "Worlds View", der atemberaubende Blick, den der skrupellose Geschäftemacher Cecil Rhodes so benannt hatte. Aus unerfindlichen Gründen wird er auch heute noch verehrt, sodass er immer noch seinem Wunsch gemäß unter einer Grabplatte auf der Anhöhe ruhen darf. Zahlreiche in bunten Farben schillernde Eidechsen genießen hier das sichere Leben und sonnen sich auf dem Gipfel. Die Weitsicht ist unvergleichlich schön und absolut lohnend! Die Nacht verbrachten wir beim Camp am Maleme Dam, wie so vieles in Simbabwe leider ziemlich heruntergekommen. Netterweise trafen wir hier ein Paar aus Gondelsheim, die mit einem Mietwagen von Namibia herübergefahren waren. Mit Iris und Jürgen verbrachten wir einen sehr netten Abend und erzählten uns gegenseitig von unseren Abenteuern in Afrika. Leider konnten wir nur einen kurzen Abstecher in den nahe liegenden Gamepark machen, da die Wege hier nahezu unpassierbar waren. Beim Versuch, eine völlig weggespülte Stelle zu passieren, erwischten wir einen spitzen Ast und das laute Zischen war klares Zeichen dafür, was passiert war – der Reifen war platt. Michael bewährte sich nun hervorragend als Reifenwechsler, so dass in weniger als 20 Minuten der Reifen gewechselt war, und wir das Gebiet mit hoher Leopardendichte wieder sicher verlassen konnten. Da unsere Reifengröße nirgends zu bekommen war, wurde der kaputte Reifen in Bulawayo am nächsten Tag wieder geflickt, so dass wir uns beruhigt auf unsere weitere Tour machen konnten.

Diese führte uns nach Osten zu Great-Zimbabwe, dem Ort, der dem Land seinen Namen gegeben hat, nachdem es seit der Unabhängigkeit 1980 verständlicherweise nicht mehr Rhodesien (nach Cecil Rhodes) heißen sollte. Zimbabwe bedeutet "Steinhäuser" und darum handelt es sich hier auch bei diesem Nationalmonument, das seit 1986 ebenso wie die Ruinen von Khami zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Vom 11. bis zum 15. Jahrhundert hatte Groß-Simbabwe seine Blütezeit mit bis zu 18 000 Einwohnern. Die Menschen lebten von der Rinderzucht, Gold und dem Fernhandel. Die Ruinen, die heute südlich von Masvingo zu besichtigen sind, gehören zu den ältesten Steinbauten Afrikas südlich der Sahara. Sie zeichnen sich durch ihre faszinierenden Bauweise aus. Die Anlage besteht aus der Bergruine und der Großen Einfriedung mit ihrer über 200 m langen, sich von unten nach oben von 11 auf 6 Meter Durchmesser verjüngenden Trockenmauer. Im Museum sind auch die gefundenen sogenannten Simbabwe-Vögel zu bewundern, Steinskulpturen aus Speckstein, die heute als nationales Symbol auf Flagge und Wappen Simbabwes zu finden sind. Es verwundert nicht, dass auch der hier angeschlossene Campingplatz völlig heruntergekommen war. Wir hatten beschlossen, in Simbabwe nicht wild zu campen, da wir zum einen die Sicherheitslage nicht so recht einschätzen konnten und zum anderen hier das vom Süden Afrikas bekannte "Zaunland" bereits begonnen hatte. Es wäre sehr schwer geworden, einen guten Nachtplatz zu finden, da in diesem dünn besiedelten Land dennoch fast alles eingezäunt ist. An einem Souvenirstand hatte ich die Gelegenheit mit einer Verkäuferin ins Gespräch zu kommen, die mir berichtete, dass sie eigentlich Lehrerin sei, aber leider arbeitslos wie so viele Menschen im Land. Flüsternd berichtete sie, dass die Lage für die Menschen äußerst schwierig und hoffnungslos sei. Tatsächlich hatten wir vorher kaum glauben können, dass die mit mehr als 90% angegebene Arbeitslosenzahl tatsächlich stimmen könne, da die meisten Menschen im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten eher wohlhabender wirkten, Schuhe trugen und nicht bettelten.

Um nicht nur die hervorragend ausgebauten Hauptstraßen zu befahren, sondern uns auch ein Bild von den Nebenstraßen zu machen, beschlossen wir ein Stück auf kleiner Piste weiter in den Süden zu fahren. Bald wurde die kleine Straße zur Gravelroad, die immer noch unglaublich freundlichen Menschen am Wegesrand trugen zum Teil ärmlichere Kleider, vor allem die Kinder waren oft zerlumpt. Auch die Wohnstätten veränderten sich. Zwar immer noch aus Stein gebaut, wurden die Häuschen doch schnell zu Hütten. Die Strecke führte durch eine wunderschöne Landschaft, zum Teil durch Wälder, vorbei an weiteren Granitfelsen und -skulpturen wie dem "Finger Rock".

Unsere letzten Kilometer legten wir wieder auf der Hauptstraße zurück, immer noch irritiert von den so unterschiedlichen Eindrücken und Berichten, hatten wir Simbabwe doch als nicht so negativ erlebt wie beschrieben, hatten uns zu jeder Zeit sicher gefühlt. An einem der vielen Picknickplätze, den sogenannten "Lay-by", stoppten wir um zu vespern. Mit einem Mal hielt ein riesiger LKW, der Fahrer eilte auf uns zu und entschuldigte sich für die Störung. Wir hatten schon die Flasche Wasser griffbereit, hatten uns doch bei unserem letzten Mittagessen zwei Schulmädchen um etwas zu trinken gebeten. Doch weit gefehlt, der Mann hatte gehalten, um uns zu warnen! Die Landstraße sei nicht sicher, sondern hier gäbe es häufig Überfälle durch die zahlreichen kleine PKW-Sammeltaxis. Erst vor kurzem sei ein weißer LKW-Fahrer, der eine Panne hatte, ganz in der Nähe ausgeraubt worden. Er wollte uns das unbedingt mitteilen, damit uns nichts passiere. Da saßen wir nun, und unsere Verwirrung war wieder einmal perfekt. Nachdem wir uns herzlich bedankt hatten, packten wir schnell zusammen, die Lust auf einen gemütlichen Kaffee war uns erst einmal vergangen.

 

Und was war mit den Polizeikontrollen? Es gab sie – zuhauf! Bereits nach wenigen Kilometern erfolgte die erste Kontrolle und setzte sich auf der ganzen Strecke fort, auch am Wochenende, an dem uns berichtet wurde, dass es erheblich weniger Kontrollen gäbe. Doch entgegen aller Befürchtungen, verliefen sämtliche Kontrollen absolut freundlich und korrekt. Sage und schreibe 26 Mal wurden wir durchgewunken oder einfach nicht weiter beachtet. Sechs Mal wurden wir angehalten und nach einem netten Gespräch über die Reise freundlich weiter geschickt. Lediglich vier Mal wurde um das Auto herumgegangen, um die Reflektoren zu begutachten, mal die Pässe oder das Carnet, mal die Bremslichter kontrolliert. Nur einmal hatten wir Pech, da die Kontrolle direkt im Anschluss an eine Strecke mit auf unserer Spur katastrophalem Straßenbelag stattfand, bei dem nahezu jedes Fahrzeug auf die gute Gegenspur wechselte und damit die durchgezogene Linie überfuhr. Hier wurden tatsächlich alle abgezockt, aber die 15 $ Strafe absolut korrekt erhoben und dokumentiert. Nicht einmal fragte jemand nach den Warndreiecken oder dem Feuerlöscher. Das hatten die beiden Münchnerinnen wohl wenige Wochen zuvor noch ganz anders erlebt. Allerdings hatten sie wohl gehört, dass sich inzwischen der Tourismusminister bei der Polizei beschwert habe, da aufgrund der Kontrollen kaum noch Touristen ins Land kämen. Wir hatten den Eindruck, dass es inzwischen eine klare Anweisung gibt, Touristen "in Ruhe" zu lassen.

 

Im Vergleich zu den bisher von uns bereisten Ländern Ostafrikas scheint uns Simbabwe immer noch ein reiches Land zu sein. Jedenfalls war es für uns wider Erwarten einfach zu bereisen, die Straßen gut und die Polizei (wohl erzwungenermaßen) sehr freundlich und korrekt. Die von uns besuchten Sehenswürdigkeiten waren wirklich eine Reise wert und wären wir zur "richtigen" Jahreszeit unterwegs gewesen, hätte sich bestimmt auch ein Besuch des Hwange oder Mana Pools Nationalparks gelohnt. Ansonsten gibt es in Simbabwe nichts zu lachen, am wenigsten über den senilen Präsidenten Mugabe, der ein gefürchteter Witzerzähler sein soll, aber jegliche Witze über sich im staatlich kontrollierten Machtapparat gänzlich humorlos verbietet, ebenso wie jegliche Kritik. Wer diese wagt, verschwindet schnell mal auf Nimmerwiedersehen, ebenso wie die viele Tonnen Gold, die eigentlich jedes Jahr in den Minen abgebaut werden. Die Situation ist insofern eher zum Weinen, wenn man sieht, wie ein ehemals so reiches Land so kaputt gemacht wird. Hinter vorgehaltener Hand scheinen viele nur auf den Tag zu warten, an dem Mugabe endlich nicht mehr in der Lage sein wird, sein Präsidentenamt auszuüben oder gar stirbt. Wir sind gespannt, wie sich Simbabwe in hoffentlich nicht allzuferner Zukunft verändern wird, würden aber jederzeit wieder dieses schöne Land bereisen.

24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
24 Simbabwe - 7. bis 12. April 2017
Zurück zu Home