Wie berichtet, verbrachten wir zunächst in Addis einige Tage mit Visumgeschichten.

Am wichtigsten war für uns natürlich das Ostafrikavisum (EATV), gültig für Kenia, Uganda und Ruanda.

Die meisten Traveller erhalten es innerhalb von 48 Stunden in der Botschaft von Kenia. Wir wollten es möglichst schneller und versuchten es einfach mal in der Botschaft von Uganda (N08°59.670` E38°46.279`).

Öffnungszeiten:

Für den Antrag: 9.00 bis 11.30 Uhr

Für die Passabholung: 16.00 bis 17.00 Uhr

Für die Erteilung des Visums (for Tourist and Visit) braucht man folgende Unterlagen:

  • Bank Statement
  • Hotelbuchung
  • Ein Passfoto
  • Gültiger Reisepass (nicht weniger als 6 Monate)
  • Ausgefülltes Formular
  • 100 USD

Bank Statement und Hotelbuchungs stellten uns zunächst vor Schwierigkeiten. In einem um die Ecke gelegenen Internetcafé konnten wir dann allerdings einen Kontoauszug ausdrucken. Die Hotelbuchung nahmen wir über booking.com vor, achteten dabei auf eine Buchung ohne Kreditkartenhinterlegung und mit Vorort-Zahlung, bzw. kostenfreier Stornierungsmöglichkeit. Anschließend ließen wir die Bestätigung ausdrucken und stornierten die Buchung sofort wieder. Da der Kontoauszug auf Michael und die Hotelbuchung auf mich lief, bat uns die Angestellte des Konsulats noch um ein handschriftliches Schreiben, dass wir verheiratet sind, gemeinsam reisen und ein gemeinsames Konto besitzen.

Wir wissen nicht, wie die 48 Stunden Ausstellungsdauer in der Botschaft von Kenia gehandelt werden. In der ugandischen kann man die Visa bereits am Folgetag abholen. Wir mussten ein wenig   zittern, weil zeitgleich das Gipfeltreffen der Afrika-Union in Addis Abeba stattfand und der verantwortliche Officer dort vor Ort war. Glücklicherweise kam er am Nachmittag aber rechtzeitig für Genehmigung und Unterschrift zurück.

Als nächstes stand das Visum für Somaliland an.

Dieses ging erfreulich schnell. In einem schönen alten Kolonialbau (N09°00.052` E38°47.208`) befindet sich die Botschaft, die offiziell um 9 Uhr öffnet, in der aber vor 9.30 Uhr niemand die Arbeit aufnimmt. Nach Abgabe des ausgefüllten dreiseitigen Formulars, eines Passbildes und 70 $/pP konnten wir bereits zwei Stunden später das fertige Visum mitnehmen. Die ganze Prozedur dauerte eigentlich nur so lange, weil die netten Damen erst einmal in Ruhe Kaffee trinken mussten. Wir vertrieben uns das Warten aber mit netter Plauderei mit dem Verantwortlichen der Somaliland-Äthiopischen Wirtschaftsbeziehungen, der dereinst in Deutschland studiert hatte.

Das Djibouti-Visum (N08°59.668` E38°46.671`) konnten wir dann auch noch am Vormittag beantragen (Öffnungszeiten für den Antrag 9.00 bis 11.30 Uhr) und gegen ausgefüllten Antrag, 2 Passbilder, Kopie des Carnets, Hotelbuchung und  95 $/pP Expressgebühr um 14.30 Uhr abholen.

Unser erstes Äthiopien-Visum hatten wir in Khartum erhalten, allerdings leider nur als "Single"-Visum, da die Ausstellung an Nicht-Residents sowieso eine Ausnahme darstellt. Die Mitarbeiterin versicherte uns jedoch auf unsere Nachfrage, dass es kein Problem sei, im Konsulat in Somaliland oder in der Botschaft in Djibouti die Äthiopien-Visa zu erhalten. Unsere Internet-Recherche hatte allerdings ergeben, dass das Konsulat in Hargeysa keine Visa ausstellen würde. Wir versuchten es dennoch. Das erste Problem war, das Konsulat überhaupt zu finden, da es gut versteckt im zweiten Hinterhof eines Gebäudes neben dem Präsidentenpalast liegt – ohne Schild oder Flagge oder sonstigen Hinweis (N09°33.579` E44°03.055`). Als nächstes mussten wir drei Check-Points überwinden, die uns alle wieder weg schicken wollten, da es für Ausländer sowieso keine Visa gäbe. Glücklicherweise konnten wir auch diese Hürden überwinden mit dem Hinweis, direkt mit den Mitarbeitern im Konsulat sprechen zu wollen. Ein freundlicher Soldat wurde unser Wortführer und schleuste uns auch durch die letzte Absperrung. Die Fehlinformation aus Khartum war der Schlüssel für den Einlass, ebenso das eigene Auto. Denn als Flugtourist könnte man ja auch am Flughafen in Addis Abeba ein Visum erhalten. Endlich im Heiligtum angekommen, wurde der höchste Mitarbeiter herbei geholt, dem wir wieder unser Problem schilderten (wir teilten natürlich niemandem mit noch nach Djibouti zu wollen und glücklicherweise fiel das Djibouti-Visum auch niemandem im Pass auf). Glücklicherweise ließ sich der Ranghöchste zu einer Ausnahme erweichen. Nach  zwei Stunden hielten wir glücklich unsere Visa in den Händen, für lediglich 40 $/pP – dem Einheimerpreis, zwei Passfotos, einem ausgefüllten Formular und einer Kopie des Carnets.

15 Visumgeschichten Ostafrika
Zurück zu Home