Emirate - die geplante Zwischenstation, um das Fahrzeug nochmal durchzuchecken und wieder anzukommen, nachdem wir ja erst um den Jahreswechsel mit der Großfamilie in Dubai waren. Die anderen Emirate kannten wir zudem noch nicht. Vor allen Dingen aber musste hier endlich entschieden werden, wie unsere Reise nach Afrika weitergeht. Mit dem Transit durch Saudi-Arabien oder aufwändig mit dem Seecontainer von Dubai nach Port Sudan.

Man kann sich kaum vorstellen, wie gut ein kaltes Bier nach mehrwöchiger Abstinenz schmecken kann! Wir genossen es in jedem Fall sehr, nachdem wir im Anschluss an den Aus-Check-Alptraum in Sharjah noch im Hafengebiet über den Duty-free-Shop herfielen, der Wein und Bier in Hülle und Fülle verkaufte. Nach einem letzten Foto mit den Leidensgenossen, die uns durch die zwei Tage Bürokratie-Marathon ans Herz gewachsen waren, trennten sich unsere Wege. Unserer führte uns zu einem Parkplatz in Dubai, am Jumeirah-Beach 3 – mal wieder eine Empfehlung der „Mankeis“ – wo wir direkt an der Laufbahn mit Blick auf das Meer einen wunderbaren Stellplatz für die Nacht fanden. Mit dem Parkwächter war schnell verhandelt – wir durften bis zum nächsten Vormittag kostenfrei stehen bleiben. Die Menschen zeigten sich freundlich, aber vollkommen zurückhaltend, sehr ungewohnt nach den letzten Wochen. Eine saubere Toilettenanlage war in unmittelbarer Nähe, und wir genossen es unglaublich, an einem sauberen Platz zu stehen, ein Bierchen zu trinken und dem Vielvölkergemisch zuzuschauen, dass über die Laufbahn joggte, walkte oder einfach nur spazierte. Tief verschleierte Frauen zogen genauso ihrer Wege wie im Sportdress gewandete Europäerinnen, Emirati und Inder in farbenfrohen Gewändern. Besonders auffällig nach der Zeit im Iran war auch die Sauberkeit, für die zahlreiche hilfreiche Hände (nicht von Emiratis…) genauso sorgten wie für die Sandfreiheit der Laufbahn, die regelmäßig gefegt wurde. Das Bad im Persischen Golf war ebenfalls ein Genuss – im Badeanzug! Das alles hatte bei den strengen Vorschriften im Iran doch gefehlt, so gut uns das Land insgesamt gefallen hatte. Am nächsten Morgen genossen wir ein fantastisches Frühstück mit frisch gepresstem Orangensaft und Baguette vom nahen Kiosk und hatten mit dem Blick auf den Burj al Arab im Westen und den Burj Khalifa im Rücken ein Déjà-Vue unserer wunderbaren Großfamiliensilvesterreise.

Der nächste Tag führte uns ins 130 km entfernte Abu Dhabi, das auf den ersten Blick nicht mit Dubai mithalten kann, aber trotzdem eine tolle Skyline in der Abendstimmung hat. Absolut großartig war das Emirates Palace Hotel, das man auch als Nicht-Gast besichtigen kann. Unsere etwas abgerissene Kleidung stand im nahezu unübertrefflichen Kontrast zur Pracht des Hotels. Die Anlage und Architektur des Hauses ist über die Maßen beeindruckend, vom goldenen Glanz im Inneren ganz zu schweigen. Außerdem besuchten wir die schneeweiße und 40.000 Menschen fassende recht neue Scheich-Zayed-Moschee. Die Kronleuchter mit ihren vielen farbigen Swarowski-Glaskugeln glitten jedoch arg ins Kitschige ab und wir waren uns einig, dass diese Moschee trotz ihrer Größe mit keiner der besonderen Moscheen im Iran mithalten kann. Der Hauptgrund unseres Ausflugs ins Nachbaremirat war allerdings der Versuch, doch noch ein Visum für Saudi-Arabien zu bekommen. Wir machten uns also auf in die Visum-Agentur, über die man noch bis Ende Januar problemlos Visa bekommen konnte – danach hatte allerdings niemand mehr Erfolg. Parallel hatten wir schon Zuhause alle Hebel in Bewegung gesetzt, von dem Kontakt eines Freundes zu einem saudischen Geschäftsmann über die saudische Botschaft in Berlin, die immerhin über unser Ansinnen beriet, bevor wir doch eine Absage erhielten. Der Besuch bei der Visum-Agentur war unerfreulich kurz, denn der Mitarbeiter teilte uns gleich mit, dass wir lediglich eine Chance hätten, wenn wir vom Konsul persönlich eine Sondergenehmigung erhalten würden. Also ab am nächsten Tag zur Saudi-Embassy um einen Termin bei Konsul Abunazer zu erhalten. Wir packten noch die besten Kleider aus, die wir im Gepäck hatten und übten den voraussichtlichen Gesprächsverlauf mit dem Konsul gewissenhaft ein. Leider scheiterten wir jedoch schon in der dritten Empfangsstation der Embassy und der Gesprächsverlauf gestaltete sich – trotz aller Übungen – gänzlich unerfreulich. Unfreundlich wurden wir mit der Auskunft weggeschickt, dass es unmöglich sei, ein Visum zu erhalten. Nur leidlich enttäuscht, da wir mit dieser Absage insgeheim gerechnet hatten, kehrten wir zurück nach Dubai, um unserem Landi einige notwendige Reparaturen – unter anderem ein neues Verteilergetriebe – angedeihen zu lassen. Mit der a2b-Garage (N25°08.151´, E55°13.279´) machten wir einen Glücksgriff! Jason, ein in Dubai gebürtiger Engländer führt die Werkstatt und er kennt den Defender in- und auswendig! So ließen wir unser Baby beruhigt in seiner Obhut und suchten uns ein Hotel für die Nacht, das wir schließlich im „Dunes“ auch fanden – mit Blick auf die Skihalle der Mall of the Emirates und vom Pool auf der Dachterrasse auf den Burj al Arab und das Hotel Atlantis auf der Palme im Hintergrund. Unsere riesige Suite (das letzte freie Zimmer…) befand sich im zweithöchsten Stockwerk – so lässt es sich auch mal eine Nacht aushalten! Die Zeit nutzten wir, um unsere weitere Reise ohne Transit durch Saudi-Arabien zu planen. Schließlich kamen wir auf die Idee, die Zeit, in der der Landi auf dem Schiff zwangsgeparkt wäre, zu nutzen, um nach Madagaskar zu fliegen – immerhin auch Afrika! Gesagt, getan und Flüge gebucht!

Als wir am Folgetag unser Auto wiederhatten, beschlossen wir, einen Abstecher zum Strand in Sharjah zu machen, wohin uns der französische Familienvater Sylvain, den wir mit seiner Familie bereits in Isfahan kennen gelernt und in Bandar Abbas wieder getroffen hatten, eingeladen hatte. Sie mussten ihre Verschiffung nach Malaysia organisieren und konnten nebenher am Meer etwas Urlaub machen. Außerdem schrieb er uns, dass weitere deutsche Overlander dort stehen würden. Der Empfang am Public Beach war gleich außerordentlich herzlich, sodass wir uns auch für eine Nacht einrichteten. Heidi und Norbert reisen mit ihrem Unimog für 18 Monate bis in die Mongolei, Gerhard und Jutta durften das Arbeiten schon ganz aufgeben und haben Haus und Garten gegen einen MAN getauscht, mit dem sie nur noch auf Reisen sein wollen. Ein französisches Pärchen versuchte mit seinem Motorrad eine Passage nach Indien zu organisieren und am nächsten Tag kam auch noch ein deutsch-österreichisches Paar, Gitti und Siggi, aus dem Oman zurück. So war ein ganz lustiges Völkchen zusammen und da die Deutschen schon länger am Strand standen, hatten sie auch schon eine ganze Menge Leute kennen gelernt. Und so lernten auch wir Armin kennen, einen muslimischen Deutsch-Libanesen, der in Hamburg lebt und unter anderem auch mit einer Deutschen verheiratet ist. Als echter Libanese handelt er natürlich mit Autos. In Sharjah hat er eine Wohnung, in der er nach eigener Aussage mit allem was Rang und Namen hat Party macht. Er erzählte uns unglaubliche Geschichten, doch die Unglaublichste war – er versprach uns das Visum durch Saudi-Arabien! Sein Bruder mache Geschäfte mit dem Königreich und könne das bestimmt für uns arrangieren…. Diese Geschichte war natürlich der Oberhammer und wir schenkten Armin sicherheitshalber tüchtig Rotwein nach. Am nächsten Abend kam Armin dann wie versprochen mit seinem Bruder und entschuldigte sich mehrfach, dass es bereits so spät geworden sei. Der Bruder war ein distinguierter Herr, freundlich aber zurückhaltend. Er bestätigte Armins Aussage, dass es für ihn kein Problem sei die Visa zu bekommen, allerdings nicht in der Botschaft in Abu Dhabi sondern im Konsulat in Dubai! Neben uns hatten noch Gerhard und Jutta und Siggi und Gitti großes Interesse an dem Transit-Visum und der Bruder bat darum, dass alle Pässe gesammelt würden, so dass er nur einmal beim Konsulat vorsprechen müsse. Er ließ sich unser Heiratsurkunde zeigen und den Scan unseres Sudan-Visums, da sich unsere Zweitpässe noch in Deutschland befanden. Alles in allem wusste er wirklich wovon er sprach. Da standen wir nun, hatten Flüge gebucht, die Reise umgeplant nachdem sich alle regulären Anläufe als Niete erwiesen hatten, und jetzt verspricht uns ein deutsch-libanesischer Autohändler am Strand von Sharjah die Visa? Nun war guter Rat teuer. Sollten wir das Risiko eingehen? Flüge stornieren ohne Hoffnung, Geld zurück zu bekommen? Schiff stornieren mit dem Risiko, wenn es doch nicht klappt, noch weniger Zeit im Sudan zu haben? Wir vertrauten Armin und setzten alles auf (s)eine Karte. Wenn wir von unserer Omantour zurück sind, werden wir sehen, wie es weitergeht. Solange bleibt es spannend…

Auf dem Weg in den Oman durchfuhren wir sämtliche 4 weitere kleine Emirate Ajman, Umm al Qaiwan, Ras al Kaimah und Fujairah, die alle nicht mit ihren großen Brüdern im Westen mithalten können. Hier leben die Menschen meist noch ursprünglich von Fischfang und den Geschenken der wohlhabenden, weil Öl-Besitzenden Verwandten in Abu Dhabi, Dubai oder Sharjah.

Die Emirate waren der erhoffte Zwischenstopp. Ein größerer Kontrast zwischen zwei muslimischen Ländern wie zwischen Iran und Dubai ist kaum möglich! Dubai bleibt unser Lieblingsemirat. Luxus pur und trotzdem liebenswert. Unglaublich die Geschichte mit den Visa, die wir immer noch kaum glauben können. Wir hoffen, dass es wirklich so klappt, und wir auf dem Transit durch Saudi Arabien endlich Afrika erreichen.

7 Vereinigte Arabische Emirate - 7. November bis 13. November
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