Iran - auf dieses Land haben wir uns besonders gefreut. Vor 10 Jahren wäre solch eine individuelle Reise wohl noch nicht möglich gewesen. Internet, Musik in der Öffentlichkeit, selbst Schach spielen war verboten. Kontakte mit Ausländern sowieso, sind es offiziell noch. Aber wie hat sich das Land verändert? Ist der Iran wirklich der Schurkenstaat, wie er im Westen oft dargestellt wird? Wie fanatisch sind die Menschen? Welche Rolle spielt die Religion in ihrem Leben? Daneben locken Ziele, die geradezu nach Fernweh rufen wie Shiraz oder Isfahan.

Unerwarteterweise verlief der Grenzübertritt von Armenien in den Iran schnell, problemlos und unspektakulär. Der Übergang Meghri scheint insofern eine sehr gute Alternative zu Bazargan (Türkei) zu sein. Von Schleppern war in Meghri keine Spur. Allerdings hatten wir großes Glück, da wir mittwochs ankamen und im Vorfeld nur wussten, dass die Grenze freitags geschlossen hat. Vor Ort lasen wir dann, dass sie lediglich von Sonntag bis Mittwoch von 9 bis 17 Uhr geöffnet ist! Die längste Zeit ging für die armenische Seite drauf, der Zöllner kroch fast ins Auto und öffnete sogar unsere Dose mit Magnesiumdragees. Zunächst mussten wir noch einmal eine Ausreisegebühr von 17 $ zahlen - wir hatten dummerweise kein armenisches Geld mehr. Wieder wurden Passagiere und Fahrer getrennt abgehandelt, ich wurde von dem Beamten in einen Extraraum mit verschiedenen menschenleeren Schaltern gebeten - und eingeschlossen. Nach ca. 10 Minuten kam dann eine Ofizielle, die jede Seite des Reisepasses zunächst unter einer Schwarzlichtlampe und anschließend mit einer starken Lupe prüfte. Keine Ahnung, was sie da machte. Das Wichtigste war jedoch der Stempel und weiter ging es zur iranischen Seite. Hier fiel uns gleich auf, wie gut die Grenzer englisch sprachen. Die Zollkontrolle war mal wieder in dem Moment beendet, in dem ich die Flaggen wechselte. Ich bitte dabei in der Regel die Zöllner, mir zu zeigen, wie rum die Flagge gehört – und schon ist alles gut J. Es gab auch keinerlei Frage nach Alkohol oder Schweinefleisch. Hilfreiche Menschen wiesen uns immer weiter zu den verschiedenen Gebäuden, die Pässe wurden zweimal kontrolliert, gestempelt und schließlich noch der Vorname des Vaters und der Beruf abgefragt. Der Grenzer fragte Michael lustigerweise, ob er noch arbeite oder schon in Rente sei. Letzterer fand das allerdings gar nicht so witzig… Später erfuhren wir jedoch, dass im Iran in Rente geht, wer 30 Jahre gearbeitet hat. So betrachtet war die Frage gar nicht mehr despektierlich. Am längsten dauerte bei den Iranern das Abstempeln des Carnet de Passage für das Auto – allerdings nur, weil Lunch-Time war und die Herren nicht gestört werden durften. Das wurde auch klaglos von allen Wartenden akzeptiert. Hier bekamen wir ungewollt Hilfe von einem sehr gut Englisch sprechenden Iraner, der uns die Unterlagen aus der Hand nahm und alles in die Wege leitete. Unsere Sorge, hier doch auf einen Schlepper getroffen zu sein, erwies sich jedoch als unbegründet – er war einfach nur nett und hilfsbereit. Von einer Dieselsteuer ist keine Rede mehr, getankt werden kann ohne Probleme, allerdings zahlt der Ausländer das Doppelte des Einheimers – was aber mit 14 Cent/Liter dann doch nicht so ins Gewicht fällt. Allerdings muss man sehr aufpassen nur dort zu tanken, wo auch LKWs stehen, da es auch reine Gas- und Benzin-Tankstellen gibt. Letzteres wurde uns einmal beinahe zum Verhängnis, da der Tankwart bei mehrmaliger Nachfrage fälschlicherweise „Gasoil-Diesel“ bestätigte. Als Michael merkte, dass es sich doch um Benzin handelte, waren schon 10 Liter im Tank. Glücklicherweise waren noch 60 Liter Diesel drin, und wir unglaublich erleichtert, als unser Landi-Doc Pat uns per Whattsapp bestätigte, dass der Junge das bei häufigem Nachtanken aushält…

Unser nächstes Ziel war das Kaspische Meer, ein riesiger See, 650mal so groß wie der Bodensee! Ein etwas ungewöhnlicher Einstieg in dieses Land, doch uns interessierte auch dieser ganze andere Teil des Iran. Auf dem Weg machten wir Station in Tabriz, da wir wie immer eine Sim-Karte kaufen und Geld tauschen wollten. Beides gestaltete sich schwierig. Die Banken hatten ebenso wie die Wechselstuben im Bazar bereits geschlossen. Eine Sim-Karte konnten wir noch kaufen, es folgte eine ausführliche Registrierung mit Kopie des Reisepasses, mehreren Unterschriften und Fingerabdrücken. Allerdings klappte es mit der Freischaltung nicht, sodass wir nach wie vor kein Internet hatten. Vorteil war jedoch, dass wir die Sim-Karte in Euro bezahlen konnten und durch das Wechselgeld wenigstens einige Rial hatten. Wir erinnerten uns gelesen zu haben, dass man im Park Elgoli gut übernachten könne und machten uns auf den Weg dorthin. Der Park ist ein großer Treffpunkt für die Tabrizer, verschiedene Stände und kleine Restaurants laden zum Flanieren um den großen künstlich angelegten See ein. Man muss ca. 60 Cent Eintritt zahlen, kann dafür aber auf dem Parkplatz übernachten und sogar die leidlich sauberen Toiletten nutzen. Wir, bzw. Michael, wurden beim Flanieren schnell von drei Studenten angesprochen, die für uns klärten, dass wir in einem Restaurant mit traditionellem iranischen Essen – Kebap am Spieß, Reis und Gemüse mit Fladenbrot – ebenfalls mit Euro bezahlen konnten. Auch so konnten wir wieder etwas tauschen. Am nächsten Tag ging es weiter zum Kaspischen Meer, das uns jedoch sehr schlammig empfing. Hier regnet es ungewöhnlich viel, entsprechend war die Strecke auch sehr neblig und feucht, doch das fruchtbare Schwemmland sorgt für einen Reichtum an Obst und Gemüse. Das Gebiet ist dicht besiedelt, sodass wir die Nacht an einer Tankstelle an der Autobahn verbrachten, zufällig bei einem Landi-Liebhaber, was uns häufigen Besuch auch seiner Freunde einbrachte. Unser Auto avancierte zum beliebten Fotomotiv. Leider waren allerdings unsere Versuche, das Internet zum Laufen zu bringen, wenig von Erfolg gekrönt. Der Verkäufer des zweiten Ladens hatte keine Ahnung, der dritte begann die Registrierung von Neuem, lud auch Guthaben auf, allerdings war nach wenigen Stunden wieder Schluss. Erst in Isfahan erfuhren wir, dass unsere Sim-Karte erneut gesperrt worden war, den Grund konnte allerdings keiner nennen. Wir vermuten, dass das Problem die doppelte Registrierung gewesen ist. Beim ersten Mal hätten wir wahrscheinlich nur noch Guthaben aufladen müssen. Wir kauften der Einfachheit halber schließlich eine neue, bereits freigeschaltete Sim-Karte, auch wenn sie etwas teurer war. Insgesamt muss man allerdings sagen, dass die Netzabdeckung im Iran zu wünschen übriglässt. Auch die Geldwechsel-Problematik zog sich noch hin, erst in Qom hatten wir die Möglichkeit auf der Straße zu tauschen, nachdem uns eine der größten Banken am Ort netterweise den Hinweis gegeben hatte, dass es für uns dort günstiger wäre.

Glück hatten wir jedoch, dass es im Iran noch richtige Tüftler und Feinmechaniker gibt, wovon wir sehr profitierten, da die 12 V – Aufladung unseres Fotoakkuladegeräts nicht mehr funktionierte. Unser erster Eindruck war also durchaus positiv, auch wenn das Tragen des Kopftuchs mich schnell furchtbar nervte…

Unsere nächstes Ziel war Qom, eine der heiligsten Stätten im Iran. Hier befindet sich die Grabmoschee der Fatima, hier gelten die Einwohner als fanatische Schiiten. Schon der Bericht im Reiseführer hätte mich warnen sollen. „Frauen mit keck über die Haare fallenden Kopftüchern wird man hier kaum finden, der Chador ist Pflicht. Der Name „Chador City“ für Qom ist in Iran nicht unbekannt. Es empfiehlt sich… diesem Umstand Rechnung zu tragen, insbesondere zu den Trauerzeiten, wo die religiösen Emotionen aufwallen.“ Nun – ich besitze keinen Chador und hatte auch für Qom nicht vor, einen zu kaufen. Und – es kam wie es kommen musste: Wir besuchten Qom im Trauermonat Muharram. Alle, wirklich alle Frauen waren von Kopf bis Fuß schwarz verhüllt, es war ein im wahrsten Sinne gespenstischer Anblick. Die Blicke der Menschen waren für mich ein Alptraum, ich fühlte mich von allen angestarrt und entwickelte einen regelrechten Verfolgungswahn. Der kurze Weg vom Auto zum Heiligtum mit seiner grandiosen goldenen Kuppel und der gegenüberliegenden Azam-Moschee waren ein Spießrutenlauf. Tatsächlich wurde Michael dann von einem Religionswächter angesprochen und darauf aufmerksam gemacht, dass ein Miniflecken Haut an meinem Hals zu sehen war. Nach kürzester Zeit waren wir wieder im Auto und fuhren weiter in Richtung Isfahan. Mir war nach diesem Erlebnis dieses Land erstmal vergällt, dazu kam, dass die stetig freundlichen und hilfsbereiten Männer überall nur Michael ansprachen und mich komplett ignorierten. Allerdings stellte ich fest, dass es auch keine Lösung sein kann, 3 Wochen einfach nur im Auto zu sitzen, und ich beschloss, dem Iran eine zweite Chance zu geben – und wurde belohnt! Die Höflichkeitsregeln im Iran sehen vor, dass kein Mann eine fremde Frau ansprechen oder gar berühren darf. Die Männer schütteln sich ununterbrochen die Hände, die Frauen sind da außen vor. Allerdings konnte Michael als Ehemann mich ins Gespräch mit einbeziehen, quasi „erlauben“, dass der fremde Mann mit mir sprechen darf. Absolutes Gegengewicht zu Qom war dann Isfahan. Auch hier tragen viele Frauen den Chador, doch noch viel mehr legen die Kleidungszwänge sehr großzügig aus. Natürlich tragen auch die vielen Touristen zu der großen Toleranz bei, in Isfahan fühlte ich mich wieder richtig wohl und auch als Frau angenommen. Die traumhaften Bauwerke in dieser grandiosen Stadt sprechen natürlich für sich, bzw. aus Bildern. Der Hauptplatz Meydan ist umgeben von Moscheen und Palästen, ein Gebäude prachtvoller als das andere. Mit offenem Mund bestaunten wir die Große und die Lotfollah-Moschee, die Paläste Ali Qapu und Chehel Sotun. Schlafen konnten wir zwei Nächte auf einem bewachten Parkplatz (N32°38.758` E51°39.957`) mit (gewöhnungsbedürftigen) Toiletten, direkt am trockenen Fluss Zayandeh Rud und um die Ecke der Hauptstraße Chahar Bagh. Unsere Nachbarn waren eine französische Familie mit vier Töchtern zwischen 2 und 14 Jahren, die mit ihrem Wohnmobil auf dem Weg nach Malaysia waren. Bazarviertel, Freitagsmoschee und die Pol-e Khadjou (Brücke) muss man in Isfahan unbedingt gesehen haben. Dennoch nahmen wir uns ausreichend Zeit zum Bummeln, gemütlichen Sitzen, Tee trinken und genießen. Die Freundlichkeit der Menschen war auch hier wieder unglaublich. Hier wurden wir in eine Teestube eingeladen, dort zahlte ein wildfremder Mann das Taxi für uns. Man hat den Eindruck, viele – vor allem gebildete Iraner mit guten Englischkenntnissen - möchten mit allen Mitteln das schlechte internationale Image ihres Landes verändern. Allerdings sieht man auch hier kleine Mädchen von vielleicht drei Jahren mit Kopftuch, Siebenjährige im Chador. Dennoch – Isfahan hat uns verzaubert.

Schweren Herzens ließen wir diese wunderbare Stadt hinter uns und machten uns auf den Weg in den Südosten, über Na`in nach Yazd. In Na`in gibt es die Freitagsmoschee aus dem 10. Jahrhundert zu bestaunen, nach der wir erst einmal eine Weile suchen mussten (N32°52.085` E53°05.264`). Die Geduld hatte sich allerdings ausgezahlt, denn die ganz aus Ziegeln gebaute Moschee nach arabischem Vorbild gefiel uns außerordentlich gut. Die Lehmstadt Yazd gehört ebenfalls zu den ganz alten Städten im Iran, die bereits im 5. Jahrhundert entstanden ist. Die historische Altstadt besteht fast ausschließlich aus Lehmhäusern mit Kuppeln, engen Gassen und teils überdachten Gängen. Einige Bauwerke sind eingestürzt, was uns dazu veranlasste, auf die Dächer der Ruinen zu klettern, um den Blick von oben auf das Städtchen und das umgebende 4000er-Gebirge zu haben. Zielsicher folgten wir einem Übernachtungstipp und fuhren mit dem Auto mitten in die Hauptgasse, um auf dem Parkplatz vor dem sehr zentral gelegenen Silkroad-Hotel (N31°54.058` E54°22.197`) zu übernachten. Toilette mit Dusche durften wir im Hotel nutzen, da wir dort zu Abend aßen und auch frühstückten, ohne Kosten. Andere Reisende berichteten von 5$pP/Nacht . Neben der Altstadt ist die Haupt-Sehenswürdigkeit die Freitagsmoschee aus dem 14. Jahrhundert, wieder ganz anders und wieder einmal schön. Interessant ist in Yazd auch der Zarathustriertempel, in dem das ewige Feuer der Überlieferung nach bereits seit 470 n.Chr. brennt. Tatsächlich lebt in Yazd noch eine große Gruppe Zaraostrer, deren alte Begräbnisstätte vor den Toren der Stadt liegt. Ihrem Glauben nach, darf kein Leichnam den Boden verunreinigen, so dass bis in die 1960er Jahre die Toten auf die „Türme des Schweigens“ gebracht wurden, um dort von Geiern und anderen Aasfressern abgeweidet zu werden. Die blanken Knochen wurden anschließend in besonderen Totenkisten beigesetzt. Seitdem der Brauch aus angeblich hygienischen Gründen verboten wurde, finden die Verstorbenen in mit Zementplatten ausgekleideten Gräbern ihre letzte Ruhe. Diesen angrenzenden Friedhof kann man gegen einen kleinen Obulus für den Wärter auch besichtigen.

Unsere nächste Station war die Palastanlage aus achämenidischer Zeit (5. Jh. v.Chr.) Persepolis. Die Ruinen der Paläste und Thronsäle der Herrscher geben mit ihren Säulenfragmenten und zum Teil feinst herausgearbeiteten Reliefs einen beeindruckenden Einblick in die damals schon hoch entwickelte Kultur. Zerstört wurde die Anlage durch Alexander den Großen, ob aus Versehen oder beabsichtigt ist bis heute ungeklärt. Übernachten kann man hier auf dem riesigen Parkplatz, was auch zahlreiche Einheimische mit ihren Wurfzelten tun. Nur wenige Kilometer entfernt befinden sich die Felsgräber der Herrscher, Naqsh- e Rostam. Die uralte Nekropole erinnert ein wenig an Ägypten und war im Abendlicht fantastisch beeindruckend.

Es ging weiter nach Shiraz, die Stadt der Blumen und Nachtigallen. Bei über 1500 Meter waren die Temperaturen tagsüber sehr angenehm, nachts allerdings Ende Oktober schon recht kühl. Bekannt ist Shiraz bei Weintrinkern außerdem durch die gleichnamige Traube, die aus dieser Stadt stammt. Seit der Revolution ist der Anbau von Wein allerdings verboten was insbesondere bei Michael einen faden Beigeschmack aufkommen ließ. Glücklicherweise wurde die Traube aber schon vorher nach Südafrika und Australien exportiert. Wir waren froh, auch hier einen zentralen Übernachtungsplatz gefunden zu haben, den Parkplatz des Azadi-Parks im Norden der Stadt (N29°37.781` E52°32.535`). Auch dieser verwandelt sich am Abend in einen Campingplatz, zahlreiche Familien im Kurzurlaub nächtigen hier. Die Toiletten des angrenzenden Parks liegen nicht weit entfernt, Trinkwasser findet man in nächster Nähe. Hier wurden wir von einer kleinen sehr sympathischen Familie aus dem Westen Irans, eingeladen. Der junge Vater, ein sehr bedächtiger ruhiger Mensch, berichtete uns von seiner unbefriedigenden Situation, die ihm als Elektriker in einem Stahlwerk lediglich ein kleines Einkommen verschafft. Da sein Vater früh verstorben war, muss er zum Teil noch für seine Schwestern aufkommen. Er würde das Land sehr gerne verlassen, da ihm Freiheit und Zukunftsperspektive fehlen. Es war sehr interessant, seine Sicht der Dinge zu hören, die sich doch von unserer vermuteten Aufbruchstimmung deutlich unterschied. Auch hier leistete unser kleines „Bilderbuch“ über unser Leben in Deutschland und die Familie unschätzbare Dienste. Wann immer wir es herausholen, sind die Menschen begeistert und schauen es sich genau an. Die Frauen interessieren sich immer am meisten für die Hochzeitsfotos unserer Kinder… Auch in Shiraz gab es viel zu sehen, wunderschöne Moscheen, die wieder ganz anders waren als die bereits besuchten. Hier überwiegen bunte Farben und blumige Motive. Besonders sehenswert sind die Vakil-Moschee und das zugehörige Badehaus, die alte Koranschule Madrese-ye-Khan und der Stadtpalast Baq-en-Narenjestan mit seinem Gartenpalais, der „Paradiesgarten“ Baq-e Eram und die Moschee des Nasir ol-Molk. Großes Glück hatten wir, den Hausmeister des nur wenige Meter entfernt liegenden Wohnhauses des Nasir ol-Molk zu treffen, der uns gegen ein kleines Trinkgeld einließ, so dass wir die wunderbaren Holzschnitz- und Spiegelarbeiten bewundern konnten, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Leider durften wir hier allerdings keine Fotos machen. Der absolute Höhepunkt in Shiraz war für uns jedoch das Mausoleum von Shah Cheraq! Chador war hier für mich Pflicht, wurde aber von dem freundlichen Wärter ebenso organisiert wie die Begleitung durch eine Offizielle, ohne die Fotos nicht möglich sind. Besonders in der hereinbrechenden Dunkelheit ist das Heiligtum faszinierend, in rötliches Licht getauchte Arkaden umgeben den großen Hauptplatz. Leider darf man als Nicht-Muslim nicht ins das Heiligtum und kann nur durch eine Tür ins Innere auf den riesigen silbernen Quader schauen, der an die Kaaba in Mekka erinnert. Wir hatten in Shiraz den Eindruck, noch häufiger von hilfsbereiten Menschen angesprochen zu werden. Auch probierten viele Jugendliche ihre Englischkenntnisse aus, oft vorgeschickt von den Eltern. Nach Standardfragen nach Vor- und Nachnamen, Land und Heimatstadt folgte dann in der Regel die Bitte um ein Foto, meist mit der ganzen Familie. Wir dachten bislang, wir sind nie so oft fotografiert worden wie in China, doch da kannten wir Shiraz noch nicht! Allerdings wurde hier auch die Armut einiger Menschen deutlich. Ein selbst ernannter Stadtführer, der uns in gutem Deutsch ansprach, bat um Geld für seine Dienste, die wir gar nicht gewollt hatten. Ihm war es sichtlich unangenehm, aber seine Kleidung und auch sein Geruch verrieten uns, dass er tatsächlich kein Geld hatte. An einer Moschee saßen Hunderte von abgerissenen Menschen, darunter -zig Kinder auf der Straße und warteten auf die Armenspeisung. Zahlreiche Flüchtlinge aus Afghanistan leben hier, die Zahl erhöhte sich noch erheblich in Kerman, wo wir auch mehrfach von afghanischen Kindern angebettelt wurden, zum Teil sogar aggressiv. Das kannten wir bislang aus dem Iran gar nicht.

Nachdem wir so viele beeindruckende Bauwerke gesehen hatten, so viele freundliche Menschen getroffen, stand uns der Sinn nach ein wenig Erholung und Ruhe. Wir machten uns auf ganz in den Osten nach Kerman, um einer der trockensten und lebensfeindlichsten Wüsten der Welt, der Lut, die Einsamkeit zu finden. In der Nähe des Städtchens Shadad gibt es ein Wüstencamp, das allerdings wie erhofft bei unserer Ankunft fast verlassen war. Lediglich ein altes Ehepaar bewachte den Eingang und hätte uns gerne Einlasstickets verkauft, war jedoch nicht böse, als wir beschlossen, uns einen anderen Stellplatz in der harschen Salzwüste zu suchen (N30°34.521` E57°51.129`). Wir blieben in Sichtweite des Camps, da durch die Wüste Lut die Routen der Drogenschmuggler von Afghanistan verlaufen, und wir weder Lust hatten, denen in die Quere zu kommen, noch von der Polizei weggeschickt zu werden, da sie hier für die Sicherheit nicht garantieren kann, wie es anderen Reisenden passiert ist. Wenngleich das Risiko, von einer Polizeistreife in der Wüste entdeckt zu werden, dann doch überschaubar ist. Wir verbrachten zwei ruhige Nächte bei wunderbarem Sternenhimmel und einen richtigen Urlaubstag mit Lesen und Ausruhen neben Wäschewaschen und Blogschreiben. So gut gerüstet konnten wir uns an unsere letzte Station, dem 2003 so furchtbar vom Erdbeben getroffenen Städtchen Bam machen und vor allem an die große Herausforderung – die Verschiffung in die Vereinigten Arabischen Emirate in Bandar Abbas.

Bam überraschte uns durchweg positiv. Viel wurde in den letzten Jahren erneuert, gestaltet und wieder aufgebaut, so dass man schon eine gute Vorstellung hat, wie die prachtvolle Lehmfestung vor dem schlimmen Beben ausgesehen hat. Nicht umsonst trägt das Ensemble das Gütesiegel des Weltkulturerbes! Weiter ging es nun zu unserer letzten Station im Iran – nach Bandar Abbas.

Auf der Strecke dann wieder mal nichts Ungewöhnliches: Ein Auto schleicht völlig unsinnigerweise vor uns. Michael überholt. Pech für uns, dass die Polizei genau an dieser Stelle der Meinung war, dass dies nicht erlaubt sei und uns raus winkte. Wir erinnerten uns dunkel an internationale Regelungen von durchgezogenen weißen Linien… Dann wurde es aber auch für die beiden Polizisten kniffelig. „English?“ „Yes!“ Verlegen wedelte der Polizist mit der Kelle hin und her. Mit der Frage war sein Wortschatz offensichtlich weitgehend erschöpft. Hilfesuchend blickte er zu seinem Kollegen, der sich dem Problem durch ein Telefonat entzog - wohl mit dem Chef. Es ging ganz offensichtlich um uns. Das Ganze zog sich hin. Unser Polizist wedelte weiter verlegen mit der Kelle und fing ob der Situation plötzlich an, loszuprusten. Wir konnten ebenfalls nicht mehr an uns halten. Und nach minutenlangem gemeinsamen Gelächter bekamen wir ein freundliches „GO!“ Wir bedankten uns höflich und freuten uns, auch diesmal mit dem Schrecken davon gekommen zu sein.

Noch hofften wir, dass sich unser Aufenthalt in Bandar Abbas, dieser unerträglich heißen Stadt mit über 30°C und 90%iger Luftfeuchtigkeit, auf lediglich eine Nacht beschränken würde. Wir hatten unsere Ankunft so geplant, dass wir dienstags die Tickets kaufen und mittwochs nach den zehrenden Formalitäten am Hafen abends das Schiff besteigen können. Leider wurde der Fahrplan geändert und wir hätten am Mittwoch bestenfalls als blinde Passagiere mit unserem Landi heimlich an Bord gehen können. Um größere diplomatische Verwicklungen zu vermeiden, haben wir uns dann doch für das Schiff am Samstag entschieden, bei dem Fahrzeug und ganz offiziell auch wir mit an Bord durften. Lächerliche 920 US Dollar in bar wechselten für ein mehr oder weniger handgeschriebenes Ticket den Besitzer. Inschallah, ob wir damit nach Arabien kommen. Doch wie so oft hat sich alles zum Guten gewendet. Der Shipping-Agent Zakeri lud uns, worauf wir in den ganzen Wochen im Iran insgeheim gehofft hatten, zu sich nach Hause ein! Er wollte Genaueres nur noch mit seiner Frau absprechen und sich dann wieder melden. Jetzt hieß es erstmal einen Platz für die nächsten vier Nächte zu finden. Fündig wurden wir im Dowatipark im Süden der Stadt (N27°11.192 E56°20.084) Meerblick, Badestrand, Toiletten und ab und zu ein Schwefelgestank waren kostenlos für uns. Vielleicht hingen Schwefelgestank und Toiletten auch irgendwie zusammen, dem wollten wir aber lieber nicht so genau auf den Grund gehen. Einsam war der Platz auch - tagsüber! Am Abend wurde er jedoch rappelvoll und gefühlt die ganze Stadt kam hierher. Im Übrigen natürlich auch zu uns. „Hello Mister-How are you-Welcome to Iran“ und so weiter. Aber auch viel Armut war zu sehen und der Geruch von Menschen, die nachts in den Kleidern schlafen, in denen sie tagsüber leben, war zwischen den Schwefeldämpfen auszumachen. Viele Iraner sind ganz offensichtlich nicht nur die Weltmeister im Campen sondern haben schlichtweg kaum mehr als ein Wurfzelt oder eine Autopritsche zum Schlafen. Wir wurden zum Teil exzessiv angebettelt, hungrige Kinder gingen nicht, bevor sie zu ihrem erbettelten Baguette auch noch Käse bekamen, was sie gierig verschlangen. Da die Temperaturen erst nach Sonnenuntergang richtig erträglich werden, ist auch der Kinderspielplatz noch um Mitternacht munter bevölkert. Viele Menschen spazierten bei Ebbe auf das Watt, wir fühlten uns sehr an die Nordsee erinnert. Anders waren jedoch die Fische, die auf traditionelle Weise in aufgestellten Netzen gefangen wurden. Eine für uns grausame Methode, denn zahlreiche Fischlein bleiben in den Maschen hängen und zappeln um ihr Leben. Wenn dann das Wasser wieder zurückgeht, sterben sie in luftiger Höhen und hängen als skurrile „Flugfische“ in den Netzen. Generell ist hier der Umgang mit den Tieren für uns oft schwer zu verdauen, was auch ein Erlebnis Michaels auf dem Fischmarkt belegt, als der Händler einem großen Fisch einfach mit dem Finger direkt ins Auge drückte. Der Fisch bäumte sich auf und sollte so wohl als Fotomotiv besonders interessant sein. Auch auf dem „Camping-Platz“ wurden wir ständig gebeten, für ein gemeinsames Foto zu posieren, zahlreiche Englischsprachige suchten das Gespräch. Ein junges studiertes Ehepaar nahm hierbei kein Blatt vor dem Mund, sie sahen keine Zukunft für sich und Kinder in diesem Land und interessierten sich auffällig für das Leben in Deutschland und Amerika. Ein deutschsprachiger Iraner, der viele Jahre in Deutschland gelebt und nun mit seiner ebenfalls iranischen Ehefrau wieder in die Heimat zurückgekehrt ist, lud uns ebenfalls zu sich nach Hause ein – zum Mittagessen und einer Dusche! Das Ehepaar hatte zwei Monaten zuvor den damals viermonatigen Säugling Hassan adoptiert und war sehr bemüht um den Kleinen. Hadi hat als Programmierer in Deutschland gearbeitet und außerdem wunderbare Lampen und Vasen kreiert. Seine Frau Chiva arbeitet als Psychologin in einer Praxis und ist Dozentin für klinische Psychologie. Sie hat in Deutschland promoviert. Beide verkörpern das moderne, westlich orientierte Paar im Iran, bewohnen eine schöne Neubauwohnung mit Sofa, Tisch und Stühlen und entschuldigten sich wiederholt für die nicht deutschen Maßstäben entsprechende Bausubstanz. Das Mittagessen war köstlich, landestypisch Kebap, Fisch, Safranreis – in Bandar Abbas üblich mit Kruste und Salat. Umrahmt wurde das Essen von Saft, Obst, Tee und Süßigkeiten. Satt und sauber kehrten wir an unseren Platz zurück, nicht ohne uns für den Folgetag zu einem gemeinsamen Ausflug mit Hadi auf die Insel Hormoz verabredet zu haben. Und dann kam es wie es kommen musste: Auch Zakeri meldete sich nun und wiederholte seine Einladung – für den selben Abend! Lange dauerte es, bis uns die Familie gefunden hatte, Zakeri, seine Frau und die beiden Kinder Chawa und Hadis, beide um die 20 Jahre alt, Hadis bereits verlobt. Der Neffe Mustafa, ein Englischlehrer, dolmetschte. Erleben durften wir bei Zakeri einen Abend in einer traditionellen Familie in einer ganz anderen abgelegenen Wohngegend. Das schöne kleine Haus befindet sich in einem unbefestigten Gassengewirr, niemals hätten wir es alleine finden können. Selbst unser so zuverlässiges Navigationssystem fand hier keine Straßen mehr. Zu Essen gab es dieses Mal ganz traditionell auf dem Boden landestypisch siehe oben: Kebap, Fisch, Safranreis – in Bandar Abbas üblich mit Kruste und Salat. Umrahmt wurde das Essen von Saft, Obst, Tee und Süßigkeiten. Wieder ausgesprochen lecker! Immer mehr Essen wurden uns auf die Teller gehäuft, unsere Ablehnung ignoriert, wir platzten fast! Gastfreundschaft anzunehmen kann manchmal auch ganz schön anstrengend sein…. Da hatten wir nun unsere Einladungen, eine so interessant wie die andere, beide so ähnlich und doch so unterschiedlich. Bei Zakeri wurde das Thema Politik vermieden, diese Zurückhaltung haben wir bislang selten im Iran erlebt. Interessant war für ihn dagegen die Frage, wieviel Frauen ein Mann in Deutschland eigentlich haben dürfe. Es war schon nach Mitternacht, als wir zurück an unserem Parkplatz waren. Gerne hätte die Familie gehabt, dass wir bei ihnen übernachten. Hätten wir das Angebot mal angenommen! Denn beim Umräumen des Autos übersah Michael in der Dunkelheit eine hohe Kante und knickte ganz scheußlich mit dem Knöchel um. Damit war der geplante Ausflug am nächsten Tag leider geplatzt – der Knöchel schwoll an und wir wollten ihm Ruhe und Hochlagern gönnen.

Am Freitag gab es dann noch einmal eine Einladung von Hadi zu Eis und Dusche, für die wir natürlich sehr dankbar waren, und am Samstag ging es dann endlich zur gefürchteten Check-In-Tour in den Hafen. Mit genausten Instruktionen aus mehreren Blogs, exakten Wegpunkten von verschiedensten Anlaufstellen auf dem Hafengelände, 6 l Wasser, Einmalessen, zwei Gaskartuschen und mächtig viel Respekt vor der iranischen Bürokratie machten wir uns frühmorgens auf den Weg. Wir sollten nicht enttäuscht werden – was die Bürokratie betraf. Am Ende war aber doch alles gut. Da die 6,2 Kilometer, die wir auf dem Hafengelände zurückgelegt haben, diesen Blog sprengen würden, werden wir hierzu noch einen Link vorbereiten. Jedenfalls durften wir abends beim vierten oder fünften Anlauf tatsächlich auf das Schiff fahren. So ganz nebenbei haben wir einige Leidensgenossen – 2 Motorradfahrer aus Deutschland und der Tschechei und ein Pärchen aus Belgien ebenfalls mit Landi kennen gelernt, mit denen gemeinsam wir am Ende alle Hürden meistern konnten. Die französische Familie war auch wieder da und kam mit einem Fixer (bezahlter Agent) auch klar. Außerdem war da noch ein chinesisches Paar mit Wohnmobil, die an der Bürokratie aber leider scheiterten und aufgrund ungeklärter Visafragen leider nicht mit auf das Schiff konnten.

Iran hat uns mit seinen tollen Landschaften, den unglaublich vielen hohen Bergen, seinen Wüsten, Städten wie Isfahan, Yazd oder Persepolis die allem Stand halten, was wir uns von ihnen erträumten, vor allem aber durch seine unglaublich gastfreundlichen Menschen beeindruckt. Vorbeifahrende Autos hupen und winken – auch die Frauen und Kinder. Man könnte fast sagen, dass die Iraner Weltmeister in Gastfreundschaft sind - jedenfalls haben wir noch nichts Vergleichbares erlebt. Von der Politik sind die meisten Iraner enttäuscht. Religion spielt auch nicht für alle eine wirklich wichtige Rolle. Nachhaltig beeindruckend – zumal wenn man sie überlebt hat – sind die Straßenverhältnisse. Vor allen Dingen wahnwitzige Autofahrer lassen z. B die Überquerung der Straße zum russischen Roulette werden. Regel Nummer eins: Gehalten wird grundsätzlich nur dann, wenn irgendein unüberfahrbares Hindernis im Weg ist. Auch Fußgänger werden wegen der enorm hohen Polizeipräsenz und den folgenden Scherereien in der Regel nicht überfahren. Wer zuerst kommt, läuft oder fährt eben. Autos, Organspender auf zwei Rädern (gerne auch mal als Familie zu fünft auf einem Motorrad) und Fußgänger in Selbstmordabsicht kommen einem immer wieder entgegen. Nachts in der Regel ohne Licht um den Aha-Effekt zu erhöhen. In die sehr häufigen Kreisverkehre wird erst eingefahren, um dann erst mal abzuwarten was passiert. Im Kreisverkehr gilt dann Regel Nummer 2: Niemals stehen bleiben! Und Regel Nummer 3: Keine Angst zeigen! Während man dann mit den anderen Verkehrsteilnehmern, Bodenwellen, Schlaglöchern und Eselskarren kämpft, wird immer wieder das Fenster herunter gekurbelt und im (Kreis-) Verkehr gefragt, woher man kommt. Immer gibt es ein: „Welcome to my country.“ Michael hat all diese Herausforderungen jederzeit souverän gemeistert. Nach dem Kreisverkehr bleibt man dann schon mal für ein Foto stehen. Nicht unerwartet gibt es wohl auch 20.000 bis 30.000 Tote im iranischen Straßenverkehr jährlich (im Vergleich dazu nimmt sich Deutschland mit „nur“ 3000 Verkehrstoten jährlich bei viel mehr gefahrenen Kilometern als Hochsicherheitstrakt aus).

Aber wie gesagt: Natur, Kultur und Menschen sind wirklich einmalig. Musik auf den Straßen oder der Kontakt mit Ausländern sind problemlos möglich. Die Revolutionswächter gewähren den Menschen im Moment viele Freiheiten. Die Frauen zeigen oft mehr Haar als erlaubt ist und kommen damit auch durch. Wir sind gespannt, wie sich das Land weiter verändert und ob die Menschen von ihrer Regierung in Ruhe gelassen werden. Schön wäre es, wenn sich die wirtschaftliche Situation für Land und Leute verbessert. Wir werden Iran in sehr positiver Erinnerung behalten und würden uns auch freuen, wenn wir in Deutschland das ein oder andere von dieser fantastischen Gastfreundschaft zurückgeben können.

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